Der Coronavirus und die damit einhergehenden Veränderungen beschäftigen nach wie vor die ganze Welt. Besonders die Tourismus- und somit auch die Kreuzfahrt-Branche sind betroffen. Dadurch kam es in den letzten Monaten bei allen Reedereien zu Absagen von Kreuzfahrten. Im Sommer 2020 gab es mehrere Lichtblicke, denn einige Schiffe hatten wieder Fahrt aufgenommen. Allerdings wurden auch diese wegen der steigenden Infektionszahlen größtenteils wieder aus dem Dienst genommen. Wir möchten Sie hier über Neuigkeiten bezüglich des Coronavirus in der Kreuzfahrt-Branche informieren, damit Sie auf dem neuesten Stand sind.

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Aktuelle Lage in der Kreuzfahrt-Branche

Im November 2020 wurden neue Maßnahmen aufgrund steigender Infektionszahlen bezüglich der Corona Pandemie beschlossen. Es gab in Deutschland einen „Lockdown light“, bei dem weite Teile des öffentlichen Lebens heruntergefahren wurden. Am 13. Dezember 2020 wurden dann erneut aufgrund der immer weiter steigenden Zahlen an Menschen, die am Coronavirus erkranken, neue Regeln beschlossen. Am 16. Dezember 2020 wurde der Teillockdown durch einen richtigen Lockdown ersetzt. Das öffentliche Leben ist seitdem komplett heruntergefahren worden. Auch die Kreuzfahrt-Branche ist davon wieder stark betroffen. Die geltenden Regeln und Einschränkungen bezüglich der Corona Pandemie gelten vorerst bis zum 18. April 2021. 

Das Auswärtige Amt warnt zudem vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in eine Vielzahl von Ländern. Es wurden viele Kreuzfahrten abgesagt. Regierung und Reedereien müssen sehr flexibel sein, denn Neuigkeiten bezüglich Corona erfolgen teilweise erst kurzfristig, sodass Reisebedingungen sich jederzeit ändern könnten. 

Neben der Erlaubnis des Auswärtigen Amtes, um in die Länder einreisen zu können, benötigen Kreuzfahrtanbieter die Zustimmung der einzelnen Länder und Hafenbehörden, um dort mit ihren Schiffen anlegen zu dürfen. In vielen Destinationen weltweit sind die Bedingungen für ein sicheres Reisen derzeit nicht gegeben. 

© Dubai Infoguide

Im Folgenden geben wir Ihnen die wichtigsten Informationen zum Thema Umbuchungen für bereits gebuchte Kreuzfahrten, die leider nicht stattfinden können, bzw. konnten. Außerdem erfahren Sie, wie es bei den Reedereien TUI Cruises, AIDA Cruises und MSC Kreuzfahrten jetzt weitergeht und wie deren Hygiene-Maßnahmen an Bord aussehen. 

Reedereien

TUI Cruises

Umbuchungen

TUI Cruises hat im Laufe der Pandemie immer mehr Reisen abgesagt. Zunächst wurden alle Reisen bis Ende des Jahres 2020 gestrichen. Weitere folgten relativ schnell, nachdem es keine Aussicht auf Verbesserungen bezüglich der Ausbreitung des Corona-Virus gegeben hatte. Mittlerweile sind alle Katalogreisen, bis einschließlich 30.04.2021 und teilweise sogar darüber hinaus, abgesagt worden. Zudem sind die Nordamerika-Saison und Transreisen ab 29.10.2021 gestrichen worden. 

Alle Gäste mit Reisebeginn bis zum einschließlich 31. Mai 2021 können unabhängig vom gebuchten Tarif bis spätestens fünf Tage vor Reisebeginn (ausgenommen Blaue Reisen) gebührenfrei umbuchen. Zusätzlich bekommen Sie 10% Ermäßigung auf Ihre neue Reise inklusive An- und Abreisepaket bei Einlösung des Reiseguthabens bis 30. Juni 2021. Bei Umbuchungen bis zum 31. Dezember 2021 gibt es eine Ermäßigung von 5%.

Sollten Sie Ihr Guthaben bis zum 31. Dezember 2021 nicht eingelöst haben, erhalten Sie Ihre bisher geleistete Zahlung in vollem Umfang zurück. Die Ermäßigung auf eine Neubuchung verfällt dabei. Wenn Sie sich bereits vorher eine Auszahlung wünschen, ist auch dies möglich.

Für die beiden Event-Reisen, die von den Ausfällen betroffen sind (The Kelly Family Cruise & Jeckliner 2), steht TUI derzeit in engem Kontakt mit den Künstlern, um alternative Termine zu finden. Sobald diese feststehen, werden die Gäste informiert und ihre Reise direkt umgebucht.

Wie geht es weiter?

Den Auftakt hat TUI Cruises bereits am 24. Juli in Hamburg mit den sogenannten „Blauen Reisen“ auf der Mein Schiff 2 gemacht. Dabei handelte es sich um drei- bis viertägige Kurz-Reisen ab/ bis Hamburg. Für den November war mit dem Schiff eine Transreise auf die Kanaren geplant. Diese Reise wurde allerdings leider kurzfristig abgesagt. Dennoch finden derzeit die Blauen Reisen, die mit der Mein Schiff 2 auf den Kanaren geplant waren, statt. Die Mein Schiff 2 fährt auf zwei verschiedenen Routen. Die Reisedauer beläuft sich auf 7 bis 14 Tage.

Auch der Betrieb der Mein Schiff 1 wurde wieder aufgenommen. Mehrere Wochen fuhr das Schiff ohne Landgänge in Nordeuropa ab/ bis Kiel. Nachdem diese Reisen wegen des Teillockdowns beendet werden mussten, war geplant, dass das Schiff Mitte Dezember in die Karibik auf eine 35-tägige Kreuzfahrt starten soll. Diese Reise wurde allerdings kurzfristig abgesagt. Dafür hat die Mein Schiff 1 die Kanaren Kreuzfahrt der Mein Schiff 6 übernommen. Die Mein Schiff 6 wurde dafür in die Werft übergeführt. 

Die Mein Schiff 6 hatte ebenfalls wieder Kurs aufgenommen. Seit dem 13. September wurde ab Kreta eine siebentägige Kreuzfahrt in Griechenland angeboten. Auf der Reise wurden die Häfen von Piräus (Athen) und Kerkyra (Korfu) angesteuert, wo TUI nach sechs Monaten erstmalig wieder geführte Landausflüge anbot. Auf der Kreuzfahrt waren allerdings keine individuellen Landausflüge gestattet. Die Kreuzfahrten in Griechenland sind seit November ebenfalls gestrichen.

Trotz des aktuellen Lockdowns in Deutschland fährt TUI Cruises weiterhin mit der Mein Schiff 1 und der Mein Schiff 2 auf den Kanaren. Voraussichtlich werden die Kreuzfahrten dort bis in den April und Mai stattfinden.

Vor der Heimreise wird den Gästen ein Corona-Test für 25 Euro angeboten, der zwingend notwendig ist, um in Deutschland wieder einreisen zu dürfen. Nach den neuen Beschlüssen müssen Flugreisende aus dem Ausland ein negatives Ergebnis vorweisen. Die Gäste sollten sich zudem mit den Verordnungen des eigenen Bundeslandes vertraut machen und sich bezüglich einer Quarantänepflicht nach der Kreuzfahrt informieren.

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AIDA Cruises

Umbuchungen

Die Rostocker Reederei AIDA Cruises hatte in den letzten Monaten mit vielen Rückschlägen zu kämpfen und musste viele Reisen absagen. Derzeit fährt die AIDAperla allerdings wieder auf den Kanaren und auch die AIDA Sommerkreuzfahrten wurden bereits bekannt gegeben. 

Bei abgesagten Kreuzfahrten von AIDA Cruises bekommen alle Gäste für bereits getätigte Zahlungen an AIDA ein Reiseguthaben in Höhe ihrer bisher geleisteten Zahlungen plus 10 % Bonus. AIDA möchte sich somit für das Vertrauen seiner Gäste bedanken. 

Dieses Reiseguthaben kann für alle Buchungen von AIDA Reisen bis zum 31. Mai 2021 eingelöst werden. Dies gilt auch für MyAIDA-Leistungen oder Bordguthaben. Wenn Gäste schon MyAIDA-Leistungen gebucht haben, werden diese selbstverständlich ebenfalls zurückerstattet.

Wenn Gäste nicht umbuchen möchten, erstattet AIDA ihnen den gezahlten Reisepreis zurück, allerdings ohne den Bonus von 10%. 

Weitere Informationen darüber, wie Sie das Reiseguthaben bekommen, finden Sie hier in der Anleitung von AIDA Cruises.

Wie geht es weiter?

Ursprünglich war der Neustart für den 5. August 2020 geplant, allerdings musste die Reederei diesen aus verschiedenen Gründen leider einige Male verschieben. Den Auftakt hat AIDA Cruises dann am 17. Oktober gemacht. Die siebentägige Reise auf der AIDAblu in Civitavecchia/ Rom, die unter anderem über Neapel, Catania und La Spezia führte, fand als erste Reise nach langer Zeit statt. AIDA Cruises entschied sich allerdings aufgrund der steigenden Zahlen bezüglich der Corona Pandemie, die weiteren Reisen schon im „Lockdown light“ abzusagen. 

Im November sollten ursprünglich zwei weitere Schiffe von AIDA Cruises in See stechen. Es wurde geplant, dass die AIDAmar ab dem 1. November 2020 und die AIDAperla ab dem 6. November 2020 auf den Kanaren starten sollen. Diese Reisen wurden allerdings auch abgesagt und in den Dezember verschoben. 

Den erneuten Auftakt machte AIDA mit der AIDAperla, die am 5. Dezember auf eine Kanaren Kreuzfahrt gestartet ist. Auch die AIDAmar ist am 20. Dezember auf eine Weihnachtsreise auf den Kanaren gestartet. Ursprünglich sollten die beiden Schiffe auch eine Silvesterfahrt und zahlreiche Kreuzfahrten im Januar absolvieren. Allerdings kam es zu einem IT-Ausfall aufgrund eines Hackerangriffs, der die Folge hatte, dass die Reisen abgesagt werden mussten.

Am 20. März feierte AIDA allerdings den dritten Neustart. Seitdem fährt die AIDAperla auf einer Route in den Kanaren. Die Reise startet auf Gran Canaria und bringt die Gäste nach La Palma, Teneriffa, Fuerteventura und nach Lanzarote. Auf der Kreuzfahrt können die Gäste geführte Landausflüge mit der Reederei buchen. Individuelle Landgänge sind im Moment nicht möglich. Derzeit sieht es so aus, dass die AIDAperla bis Mitte Mai die Route auf den Kanaren fahren wird.

Auch bei AIDA Cruises wird den Gästen ein Corona-Test vor der Rückreise angeboten. Ein negatives Testergebnis muss vor der Einreise vorliegen, um zurück nach Deutschland reisen zu können. Pro Person kostet der Test 25 Euro.

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MSC Kreuzfahrten

Umbuchungen

MSC Kreuzfahrten hat mitgeteilt, dass alle Reisen (mit einigen Ausnahmen) ab/bis Mittelmeer, Asien und Nordamerika bis einschließlich Ende April 2021 abgesagt wurden. Darüber hinaus wurden einige Kreuzfahrten sogar bis einschließlich Ende Mai 2021 abgesagt.

Allerdings ist ein neues Winter-Programm (2021/22) mit mehr als 90 unterschiedlichen Kreuzfahrtrouten in sechs verschiedenen Regionen weltweit bereits buchbar.

Gebuchte Kreuzfahrten können auf einen späteren Zeitpunkt und – falls gewünscht – sogar in eine andere Region umgebucht werden. Dafür müssen die Gäste sich spätestens 48 Stunden vor geplanter Abfahrt des Schiffes, bei Buchungen mit Flug-An- und Abreise über MSC spätestens 96 Stunden vor Abfahrt, bei MSC melden. Die Umbuchung an sich ist komplett kostenlos, lediglich wenn Flüge storniert werden, könnten Kosten anfallen, oder wenn die neue Reise preislich hochwertiger ist. In diesem Fall ist allerdings lediglich die Differenz zu zahlen.

Wie geht es weiter?

Bei MSC Kreuzfahrten hat zuerst die MSC Grandiosa ihren Betrieb am 15. August wieder aufgenommen. Das Schiff ist auf einer siebentägigen Kreuzfahrt im Mittelmeer gefahren. Es wurden die Häfen von Civitavecchia, Neapel, Palermo und La Valletta angesteuert. Die Reisen sind am 20. Dezember 2020 unterbrochen worden. Seit dem 24. Januar hat die MSC Grandiosa aber wieder Fahrt aufgenommen. 

Auch die MSC Magnifica hatte wieder Fahrt aufgenommen. Seit dem 19. Oktober 2020 fuhr das Kreuzfahrtschiff auf einer zehntägigen Kreuzfahrt im westlichen und östlichen Mittelmeer. Das Schiff wurde allerdings wegen des Lockdowns wieder außer Betrieb genommen. Alle geplanten Kreuzfahrten mit dem Schiff wurden bis zum 29. April 2021 gestrichen. 

Genau wie TUI Cruises und AIDA Cruises bietet MSC seinen Gästen an, einen Test zur Rückreise nach Deutschland an Bord zu machen.

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Weitere Informationen zu anderen Kreuzfahrten finden Sie bei der jeweiligen Reederei und Auskunft über die Maßnahmen, um Corona zu bekämpfen, finden Sie beim Bundesgesundheitsministerium.

Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen

Da einige Kreuzfahrtschiffe langsam wieder Fahrt aufgenommen haben, gibt es einige Besonderheiten in Form umfassender Sicherheits-Konzepte. Diese beinhalten, neben den bereits bestehenden sehr hohen Hygiene- und Gesundheitsstandards, eine Vielzahl weiterer präventiver Maßnahmen.

So finden die ersten Kreuzfahrten mit einer deutlich niedrigeren Auslastung der Passagier-Kapazitäten (ca. 50%) statt. Außerdem sind alle Reisen auf einen kürzeren Zeitraum beschränkt. Landgänge finden lediglich im Rahmen geführter Ausflüge statt, um die Einhaltung aller Hygienemaßnahmen gewährleisten zu können.

Bevor die Kreuzfahrt überhaupt losgeht, soll schon so weit wie möglich gewährleistet sein, dass alle an Bord Anwesenden gesund sind. Besatzungsmitglieder und Urlauber müssen deshalb einen negativen COVID-19-Test vorlegen. 

Der Check-in findet online statt. Darüber hinaus wird durch feste Einschiffungs- und Ankunftszeiten die Anzahl der Personen am Hafenterminal reduziert.

Während der Reise wird sehr viel Wert auf Hygiene und Sauberkeit gelegt. Neben dem Mindestabstand von 1,5 Metern und der Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Innenräumen und an Orten, an denen der Mindestabstand nicht gewährleistet werden kann, gibt es Plexiglas-Aufsteller und Markierungen auf dem Boden für sichere Wege. Außerdem findet eine intensive Reinigung des gesamten Schiffs und eine dauerhafte Frischluft-Zufuhr von außen statt. 

Alle Veranstaltungsorte und Unterhaltungsangebote sind auf weniger Menschen ausgerichtet.

Auf medizinische Versorgung wird besonders großen Wert gelegt. An Bord befindet sich Personal, das die Maßnahmen kontrolliert und das restliche Personal hinsichtlich der Ausbreitung des Coronavirus schult. Falls es trotz allem zu einer Infektion kommen sollte, sind die Schiffe gut vorbereitet. So gibt es beispielsweise Corona-Tests, Beatmungsgeräte und einen Notfall-Plan, um infizierte Personen sicher vom Schiff bringen zu können.

Die genauen Maßnahmen von TUI Cruises, AIDA Cruises und MSC Kreuzfahrten finden Sie, wenn Sie auf den jeweiligen Namen klicken. 

Wie geht es in der Kreuzfahrt-Branche weiter? 

Da immer noch, bzw. wieder eine Ausnahmesituation und daraus resultierende Unsicherheit herrscht, ist es schwierig, Prognosen darüber aufzustellen, wann der Betrieb sich wieder komplett normalisiert haben wird. Im Vergleich zum März 2020 und dem ersten Lockdown in dem kein einziges Schiff mehr gefahren ist, ist in der Kreuzfahrtbranche allerdings eine leicht positive Tendenz erkennbar. Kreuzfahrtschiffe sind teilweise wieder unterwegs und die Hygiene-Maßnahmen an Bord zeigen Wirkung. Es gibt Grund zur Hoffnung. 

Stand: 06.04.2021